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die Königin der deutschen Eichen


Damwild am Futterplatz


Schloßansicht über den See im
Jahre 1904


Schloßansicht von 1910


Das Schloßcafe bietet neben
Erfrischendem auch eine kleine 
Broschüre mit Wanderkarte
sowie Ansichtskarten an.


Anfahrt: zwei bis drei Autostunden
vom Berliner Zentrum, oder per
Bahn über Neubrandenburg nach
Stavenhagen, dann eine kleine
Wanderung...


"So alt wie dieser Baum möchte ich werden", dachte ich, als ich diese Eiche zum ersten Mal sah. Aber das wird wohl nichts werden, denn sie ist ungefähr 1200 Jahre alt... Damit ist sie die älteste Eiche in Deutschland!! Gemeinsam mit anderen alten Eichen (ab 800 Jahre) steht der Baum bei Ivenack, einem kleinen Dorf bei Stavenhagen in Mecklenburg. "Stavenhagen" - dieser Ort ist jedem alten Norddeutschen ein Begriff, denn hier wurde der große Heimatdichter Fritz Reuter geboren. Er kannte die alten Eichen und verewigte seine Eindrücke in platt:

"Ick weit einen Eikbom, de steiht an de See,
De Nurdstorm, de brus't in sin Knäst,
Stolz reckt hei de mächtige Kron in de Höh;
So is dat all dusend Johr west."

Doch nicht nur diese Rieseneiche mit ihren 11 Metern Stammumfang, 35.5 Metern Höhe und 180 Festmetern Holz ist einen Besuch wert. Die "Eichenallee" der besonderen Art ist umgeben von einem großen Damwildgehege und ist damit ein weltweit einmaliger Naturpark.
Die Haltung von Wild unter den Bäumen spiegelt die Bedingungen wider, unter denen die Eichen zur heutigen Größe heranwachsen konnten. Der Wald wurde von den ehemals slawischen Dorfwohnern als "Hudewald" genutzt; die Eicheln waren ein gutes Schweinefutter. Der Ortsnamen belegt diese slawische Nutzung: "Iva" bedeutet "Weide".

Wenn der Leser dieser Zeilen sich nun entschließt, nach Ivenack zu fahren, oder einen kleinen Abstecher auf der Fahrt zum/vom Urlaub an der Ostseeküste macht, dann möchte ich ihm noch einige Tips mit auf den Weg geben. Gleich am Ortseingang sollte er das Auto abstellen. Denn auf einem Spaziergang durch das Dorf entdeckt man die schönen Fachwerkhäuser, die Orangerie, die Kirche und das Schloß - erbaut auf den Grundmauern des im Jahre 1252 an diesem Ort gestifteten Zisterziensernonnen-Klosters.

Der Weg zum Gehege führt vorbei am imposanten Marstall des ca. 1760 gegründeten Gestüts. Hier lebte der berühmte Schimmelhengst Herodot, der von den Franzosen nach der Besetzung Mecklenburgs im Jahre 1806 entführt und nach dem Pariser Frieden 1814 durch Generalfeldmarschall Blücher nach Ivenack zurückgebracht wurde. Ein alter Chronist will wissen, daß Napoleon den Hengst bei allen Siegeszügen geritten habe. Der damalige Graf, Albrecht Joachim von Plessen und seine Söhne waren maßgeblich an der Gründung der ersten deutschen Pferderennbahn in (Bad) Doberan beteiligt. Kurz nach dem Tod des Grafen besuchte ein weltbekannter englischer Reiter auf seiner Deutschlandreise das Gestüt. Er berichtete im Jahre 1829 im "Sporting Magazine" unter anderem:

"We were very much pleased with the approach to this grand seat, which was through a noble avenue of oaks; and - the first I had seen in Germany - a deer park adorned the domain... ; The timber in this park is particularly tine; there is a piece of water, four miles round; and - as far as I could judge by merely driving through it - a good herd of party-coloured fallow deer. To us the grand sight was now to come - of course I mean the stud. Reader, do not stare; neither imagine I am writing with a traveller's licence, when I statethat in the two first stables we entered we saw one hundred horses in condition - that is to say, with sleek coats and in body clothes! These were exclusive of race-horses, hacks, &c. which were dispersed in other stables. The breeding stud, at the Count's death, consisted of about twenty stallions and one hundred and thirty brood mares, which, with colts of various ages and foals, made the sum total  rather more than five hundred..." von Charles James Apperley, bekannter unter seinem Pseudonym "Nimrod".
-> mehr zum Gestüt - der volle Text in englisch