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"So
alt wie dieser Baum möchte ich werden", dachte ich,
als ich diese Eiche zum ersten Mal sah. Aber das wird
wohl nichts werden, denn sie ist ungefähr 1200 Jahre alt... Damit ist sie die älteste Eiche in
Deutschland!! Gemeinsam mit anderen alten Eichen (ab 800
Jahre) steht der Baum bei Ivenack, einem kleinen Dorf bei
Stavenhagen in Mecklenburg. "Stavenhagen" -
dieser Ort ist jedem alten Norddeutschen ein Begriff,
denn hier wurde der große Heimatdichter Fritz Reuter
geboren. Er kannte die alten Eichen und verewigte seine
Eindrücke in platt:
"Ick weit einen
Eikbom, de steiht an de See,
Doch nicht nur diese
Rieseneiche mit ihren 11 Metern Stammumfang, 35.5 Metern
Höhe und 180 Festmetern Holz ist einen Besuch wert. Die
"Eichenallee" der besonderen Art ist umgeben
von einem großen Damwildgehege und ist damit ein
weltweit einmaliger Naturpark. Wenn der Leser dieser Zeilen sich nun entschließt, nach Ivenack zu fahren, oder einen kleinen Abstecher auf der Fahrt zum/vom Urlaub an der Ostseeküste macht, dann möchte ich ihm noch einige Tips mit auf den Weg geben. Gleich am Ortseingang sollte er das Auto abstellen. Denn auf einem Spaziergang durch das Dorf entdeckt man die schönen Fachwerkhäuser, die Orangerie, die Kirche und das Schloß - erbaut auf den Grundmauern des im Jahre 1252 an diesem Ort gestifteten Zisterziensernonnen-Klosters. Der Weg zum Gehege führt vorbei am imposanten Marstall des ca. 1760 gegründeten Gestüts. Hier lebte der berühmte Schimmelhengst Herodot, der von den Franzosen nach der Besetzung Mecklenburgs im Jahre 1806 entführt und nach dem Pariser Frieden 1814 durch Generalfeldmarschall Blücher nach Ivenack zurückgebracht wurde. Ein alter Chronist will wissen, daß Napoleon den Hengst bei allen Siegeszügen geritten habe. Der damalige Graf, Albrecht Joachim von Plessen und seine Söhne waren maßgeblich an der Gründung der ersten deutschen Pferderennbahn in (Bad) Doberan beteiligt. Kurz nach dem Tod des Grafen besuchte ein weltbekannter englischer Reiter auf seiner Deutschlandreise das Gestüt. Er berichtete im Jahre 1829 im "Sporting Magazine" unter anderem: "We were very
much pleased with the approach to this grand seat, which
was through a noble avenue of oaks; and - the first I had
seen in Germany - a deer park adorned the domain... ; The
timber in this park is particularly tine; there is a
piece of water, four miles round; and - as far as I could
judge by merely driving through it - a good herd of
party-coloured fallow deer. To us the grand sight was now
to come - of course I mean the stud. Reader, do not
stare; neither imagine I am writing with a traveller's
licence, when I statethat in the two first stables we
entered we saw one hundred horses in condition - that is
to say, with sleek coats and in body clothes! These were
exclusive of race-horses, hacks, &c. which were
dispersed in other stables. The breeding stud, at the
Count's death, consisted of about twenty stallions and
one hundred and thirty brood mares, which, with colts of
various ages and foals, made the sum total rather
more than five hundred..." von Charles James
Apperley, bekannter unter seinem Pseudonym
"Nimrod". |